![]() North Cascades-Nationalpark, Washington |
||||
![]() ![]() Vergrößerung |
|
|||
|
|
||||
|
Geschichte |
Obwohl
man weiß, daß die Parkgegend seit Jahrtausenden von
prähistorischen Menschen bewohnt oder zumindest zeitweise
aufgesucht worden war, fehlen zuverlässige Dokumentationen. Die
geschriebene Geschichte der North Cascades beginnt 1814 mit Alexander
Ross, der als erster Weißer den Cascade-Paß
überquerte. Ross hatte von einer Pelzhandelsfirma den Auftrag
erhalten, einen geeigneten Übergang über das Kaskadengebirge
zu finden. Er versuchte es am Cascade-Paß und hielt seine
Eindrücke und Erlebnisse während der Wanderung schriftlich
fest. Der fast 40 km lange Ross-Stausee, der das tiefe Gletschertal
zwischen den beiden Parkteilen auffüllt, wurde jedoch nicht nach
Alexander, sondern nach J.D. Ross benannt, dem 'Vater' der Seattle City
Light. 1858 wurde in der heutigen Parkgegend Gold gefunden. Dies löste einen kurzen Goldboom aus. In den 1860er Jahren wurde die Gegend geologisch erforscht und vermessen. Auf die Geologen folgten Militäreinheiten, die das Gebiet von Indianern 'säuberten'. Damit war der Weg frei für die Freizeit-Großwildjäger von der amerikanischen Ostküste und aus Europa, die den Grizzlybären und Schneeziegen auf den Pelz rückten (abschlachteten) und die Bestände dezimierten. Ab 1880 lockte erneut das Erz, und scharenweise strömten Gold-, Silber-, Kupfer- und Bleisucher ins Land. Die Holzindustrie begann um 1885 mit der Ausschöpfung der Holzressourcen. Zahllose Minenlöcher und kreuz und quer verlaufende Saumpfade, die auch von den Touristen und den Bergsteigern benutzt wurden, die gegen Ende des letzten Jahrhunderts in großer Zahl die 'Amerikanischen Alpen' begingen, erinnern an jene Zeit. 1919 baute die Seattle City Light den George-Damm, der den Skagit River staute. Der Diablo-Damm wurde 1930, der Ross-Damm 1949 fertiggestellt. Die Zerstörung von Fauna und Flora war früh erkannt worden und hatte bereits im 19. Jahrhundert Naturschützer auf den Plan gerufen. Der Ruf nach Schaffung eines Nationalparkes wurde laut, blieb jedoch jahrzehntelang ungehört. Im Jahre 1960 sodann wurde - zur großen Enttäuschung der Nationalparkbefürworter, die mehr erwartet hatten - ein kleines Gebiet zur Glacier Peak Wilderness erklärt. Die energische Intervention namhafter naturschützender Vereinigungen führte schließlich 1968 zur Schaffung des durch die Ross Lake NRA zweigeteilten Nationalparks. Bewußt wurde auf dfie touristische Erschließung des Parks durch den Bau von Straßen und Einrichtungen verzichtet. Der Park soll seinen Status als eines der letzten Wildnisgebiete der USA außerhalb Alaskas (last frontier) bewahren können. |
|||
|
Geologie |
Das
geologisch sehr junge nördliche Kaskadengebirge besteht aus bis zu
340 Mio Jahre altem Inselbogen- und Ozeanbodenmaterial, aus bis zu 150
Mio Jahre altem Tiefen- und metamorphem Gestein sowie aus bis zu 35 Mio
Jahre altem Lavagestein (Basalt). Der vulkanische Inselbogen war vor
rund 340 Mio Jahren in der Mittelpazifischen Schwellenzone entstanden
und ostwärts gegen den nordamerikanischen Kontinent geschoben und
vor etwa 230 Mio Jahren dem Kontinent angelagert worden. Mit der
Anlagerung des Inselbogens an den Kontinent verlagerte sich die
Subduktionszone (tektonisch aktive Zone, wo der Ozeanboden unter den
Kontinentalrand geschoben und unterirdisch aufgeschmolzen wird) nach
Westen. Vor rund 150 Mio Jahren machte sich die neue Subduktionszone
durch heftigen Vulkanismus auf dem Kontinent bemerkbar, der erst vor
etwa 40 Mio Jahren zum Stillstand kam. Der entstandene
Vulkangürtel verläuft parallel zur damaligen Subduktionszone
(siehe 'Geologie' Great Basin NP). Das Magma des aufgeschmolzenen
Meeresbodens drang in die obere Erdkruste vor und erstarrte zu Granit
und anderen Tiefengesteinen. Die Sedimentdecken wurden durch die
Intrusionen gehoben, verworfen (zerbrochen) und teilweise
metamorphosiert (chemisch umgewandelt). Aus den Verwerfungsspalten
begannen vor etwa 35 Mio Jahren auf der Höhe des heutigen
Parkgebietes große Lavamengen auszufließen. Im Verlaufe von
20 Mio Jahren bildete sich ein riesiges Basaltplateau, das Columbia
Plateau. Vor etwa 17 Mio Jahren setzte eine Phase tektonischer Bewegungen ein, die den ganzen westlichen Teil Nordamerikas erfaßte und zu verschiedenen Gebirgsbildungen führte. Im Gebiet der North Cascades wurden die überwiegend magmatischen Gesteinsschichten gehoben, gedehnt und verworfen, ein Vorgang, der noch immer im Gange ist. Erosion und Eiszeitvergletscherung haben die charakteristischen Spuren wie Trogtäler, Firnseen und Moränen hinterlassen. |
|||
|
Tierwelt |
Elche,
Hirsche, Schneeziegen, Schwarz- und Grizzlybären, Berglöwen,
Luchse, Kojoten, Füchse, Vielfraße (wolverine) und Marder
sind die großen Säugetiere des Parkes. Sie werden von
Besuchern, die sich nur kurze Zeit und nur in den urbanisierten Teilen
des Parkes aufhalten, selten beobachtet. Kleine Säuger wir Erd-
und Streifenhörnchen, Murmeltiere, Schneehasen und Stinktiere sind
vor allem auf der vegetationsreichen Westseite des Parkes verbreitet. Die Vogelwelt ist bis wenig und unsystematisch erforscht worden. Es besteht lediglich eine provisorische Vogel-Checkliste, und die Parkverwaltung begrüßt fachkundige Hinweise auf nicht aufgelistete oder seltene Arten von Seiten der Parkbesucher. Rund 150 Arten sind im und in unmittelbarere Umgebung des Parkes belegt. Über die Häufigkeit der aufgelisteten Vögel fehlen verläßliche Angaben. Die Palette reicht von den üblichen Wasservögeln, den verschiedensten Greifen, darunter Stein- und Weißkopfseeadler, einigen Eulen-, mehreren Spechtarten, Hühnervögeln, Seglern, Ziegenmelkern bis hin zum kleinen Kolibri und der weitverzweigten Sperlingsverwandtschaft, darunter Schwalben, Lerchen, Seidenschwänze, Tyrannen, Drosseln, Waldsänger und Wasseramseln, verschiedene Finken, Raben, Krähen und Häher. |
|||
|
Pflanzenwelt |
Blumenreiche
Wiesen und Alpweiden und mehr oder weniger dichter und üppiger
Nadelwald sind die beiden Vegetationstypen des Parkes. Die Talsohle und
die unteren Hänge der niederschlagsreichen Westseite des
Kaskadengebirges bedecken üppige Nadelwälder mit zum Teil bis
zu 75 m hohen und an die 1000 Jahre alten Douglastannen, Westlichen
Hemlocks und Riesenlebensbäumen (Thuja plicata), diesen drei
dominierenden archaischen Baumarten der gemäßigten
Regenwälder des amerikanischen Nordwestens - neben den
Küsten-Sequoien. Den Waldboden und die umgestürzten
Bäume überdecken Farne, Moose, Pilze und viele andere
feuchtigkeitsliebende Pflanzen. Gebüsche und Jungholz bilden den
stellenweise dichten Mittelbau des Waldes. Auf der niederschlagsarmen,
sonnigen Ostseite des Kaskadengebirges ist der Wald weniger üppig.
Gewässer werden von Zitterpappeln gesäumt. Sonst dominieren
in den unteren Lagen hohe Gelbkiefern. Mit zunehmender Höhe wird der Baumbestand allgemein lockerer. Bergahorn, Felsengebirgstannen und Lärchen lösen Regenwald und Kiefern ab. Heidensträucher und Riedgras, die zusammen mit den ebenfalls gelbverfärbten Lärchen im Herbst ein besonders reizvolles Bild abgeben, unterbrechen den Wald. In der Nähe der Baumgrenze gedeihen einige wenige kümmerliche und windschiefe Kiefern, Tannen und Hemlocks. Darüber beginnt die karge Hochgebirgspflanzenwelt, in der sich nur wetterharte, wenige Zentimeter hohe, genügsame Gewächse zu behaupten vermögen. |
|||
|
Aktivitäten |
WANDERN Wer etwas von diesem Gebirgs- und Wildnispark
sehen will, muß ihn bewandern. Es stehen rund 300 km Wanderwege
zur Verfügung. Viele Pfade mittlerer Länge führen zu
lohnenden Aussichtspunkten (siehe 'Sehenswertes'). Für ausgedehnte
Touren werden Wege benutzt, die die beiden Parkteile in verschiedenen
Richtungen durchqueren. Eine kleine Karte mit Wanderrouten und
Weglängenangaben kann im Besucherzentrum kostenlos bezogen werden.
Auf dieser Karte sind auch sämtliche Zeltplätze im
Parkhinterland (backcountry) eingetragen. BERGSTEIGEN Es bestehen viele gute Möglichkeiten, Berge verschiedener Schwierigkeitsgrade zu besteigen und Gletschertouren zu unternehmen. Eine örtliche Rettungsorganisation stellt für Notfälle ihre Dienste zur Verfügung. Informationen über Berg- und Gletschertouren sind im Besucherzentrum oder schriftlich beim Nationalpark (siehe 'Anschrift Info') einzuholen. REITEN Bei verschiedenen Farmen in der Umgebung des Parkes können Pferde gemietet werden. Einige Unternehmen führen begleitete Reittouren ins Parkgebiet durch. Zu beachten ist, daß Pferde nicht im Park weiden dürfen; das gesamte Futter für die Tiere muß mitgenommen werden. ANGELN Außer in den beiden großen Stauseen Ross und Diablo, die gute Angelmöglichkeiten bieten, kann auch in den vielen kleinen Flüssen und höher gelegenen kleinen Seen geangelt werden. Es ist eine Lizenz des Staates Washington erforderlich. BOOTFAHREN Motorboote sind lediglich auf den beiden großen Stauseen Ross und Diablo gestattet; sie können dort gemietet werden. An den Seeufern sind einige Zeltplätze mit Bootsrampen angelegt worden. Auf dem Diablo Lake werden im Sommer fahrplanmäßig Personenschiffahrten angeboten. Wildwasserfahrer können mit Schlauchbooten, Kajaks oder Kanus einen 7 km langen Abschnitt des Skagit River befahren, beginnend beim Goodell- Campingplatz westlich der Siedlung Nemhalem. Der Schwierigkeitsgrad der Stromschnellen hängt von der vom Stausee abgelassenen Wassermenge ab. Ranger geben über die Befahrbarkeit des Flusses nähere Auskunft. |
|||
|
Sehenswertes |
In
einem Zug mit dem North Cascades-Nationalpark wird stets die Ross Lake
National Recreation Area Westlich des Marble Creek-Campingplatzes beginnt ein steiler, 8 km langer Fußweg, der zum Lookout Mountain Die Thornton Lakes |
|||
|
Tierbeobachtung |
In den
bewaldeten Gebieten, insbesondere auf den Zelt- und
Campingplätzen, leben Erd- und Streifenhörnchen, die recht
zurtraulich sind. Murmeltiere und Pfeifhasen oder Pikas halten sich
bevorzugt in Gras- und Geröllhalden auf. Große
Säugetiere dagegen sieht man in diesem ausgesprochenen Wanderpark
selten, da sie wegen der geringen Gewöhnung an den Menschen sehr
scheu sind. Gelegentlich begegnet man auf Wanderungen, vor allem in den
Wäldern der unteren Täler, einigen Maultier- und
Weißwedelhirschen. In den kahlen, felsigen Abhängen im
Bereich der Baumgrenze werden manchmal Schneeziegen beobachtet. Ein gewisses Problem für Wanderer und Parkverwaltung stellen die Schwarz- und vor allem die wesentlich gefährlicheren Grizzlybären dar, die im Park leben. Besuchern, die zu wandern gedenken, wird dringend empfohlen, sich im Besucherzentrum über die Wander- und Sperrzonen und das richtige Verhalten im Umgang mit Bären zu informieren. Gefährlich für den Menschen werden Bären in der Regel dann, wenn sie überrascht und erschreckt werden und dadurch angreifen. Sehr alte oder verletzte Tiere können den Menschen ohne Vorwarnung angreifen. Dies gilt vor allem für Grizzlybären, denen man hier allerdings sehr selten begegnet, da sich diese Tiere, die riesige Reviere beanspruchen, im Gegensatz zu den harmloseren und auch wesentlich kleineren und stärker vertretenen Schwarzbären in abgelegenen, von Menschen kaum aufgesuchten Gegenden aufhalten und den menschlichen Kontakt wenn immer möglich meiden. Vorsicht ist aber in jedem Fall geboten. Durch Geräusche, etwa einem Glöckchen am Rucksack, werden Bären auf die Anwesenheit der Wanderer aufmerksam gemacht und können sich rechtzeitig entfernen. Zu beachten ist ferner, daß Bären ein hervorragendes Riechvermögen besitzen. Düfte aller Art, vom gebratenen Frühstücksspeck bis zum Abwaschmittel und zur Zahnpasta, locken sie an. |
|||
|
Camping |
Der Nationalpark verfügt über einige kleine, primitive Zeltplätze, die zum größten Teil zu Fuß erreicht werden. Lediglich im südlichen Parkteil befinden sich an der unbefestigten Straße, die von Stehekin im Süden etwa 15 km weit in den Park hineinführt, zwei per Fahrzeug erreichbare Campingplätze sowie drei Einzelplätze (alle ohne Wasser), die von Mai bis Oktober zugänglich sind. Außerhalb des Parkes stehen in der Ross Lake National Recreation Area am Ufer des Ross Lake der mit einigem Komfort ausgestattete große Colonial Creek sowie vier mittelgroße primitive Campingplätze und mehr als ein Dutzend kleine Zeltplätze zur Verfügung. Von Marblemount aus führt eine unbefestigte Straße ostwärts zu zwei mittelgroßen, primitiven Campingplätzen, die, nebst fünf weiteren Campingplätzen, im angrenzenden Mount Baker National Forest liegen. | |||
|
Hotels / Essen |
Innerhalb der Parkgrenzen gibt es weder Unterkünfte noch Verpflegung. Diablo beim Ross-Damm und Stehekin im Süden verfügen über Hotels und Restaurants, die von Frühjahr bis Herbst in Betrieb sind. Lebensmittel können in Newhalem und Marblemount gekauft werden. | |||
|
Anreise |
Seattle (Washington), mit großem Flughafen und vielen Autoverleihfirmen, liegt 200 km südwestlich, Vancouver (British Columbia/Kanada), ebenfalls mit Großflughafen und Autoverleihfirmen, 230 km nordwestlich des Parkes. In den Nordwestteil des Parkes gelangt man über die Straße Nr. 542. Durch die Ross Lake NRA fahren reguläre Busse. Die City Light Elektrizitätsgesellschaft im Seattle organisiert zudem Tagesausflüge an 'ihren' Ross-Stausee. | |||
|
Klima / Reisezeit |
Auf der bedeutend niederschlagsreicheren, vom Pazifik beeinflußten Parkwestseite sind die Sommer kühl und feucht, die Winter mild. Die sonnigere und trockenere Ostseite ist im Sommer warm und im Winter kalt. Auf Wanderungen sollte ein Regenschutz nie fehlen. Hauptbesucherzeit ist Juni bis September. | |||
|
Anschrift / Info |
Das Besucherzentrum befindet sich westlich des
Nationalparks, nördlich der Siedlung Marblemount. In Marblemount
geht von der Hauptstraße (Hwy 20) eine schmale Straße ab,
auf der man nach etwa 1 1/2 km die kleine Rangerstation des
Nationalparkes erreicht, die auch als Besucherzentrum dient. Hier sind
Wanderkarten, Bücher, Bewilligungen und Auskünfte
erhältlich. In Stehekin am Lake Chelan befindet sich eine weitere
Rangerstation, in der Auskünfte erteilt werden. Im Winter sind
weder Besucherzentrum noch die Rangerstation durchgehend besetzt. Headquarters North Cascades NPS Complex 2105 State Route 20. Sedro-Woolley, Washington 98284 USA |
|||
|
Links |
North Cascades-NP | Offizielle Home Page des Nationalparks | ||