![]() Zion-Nationalpark, Utah |
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Geschichte |
Die
Anasazi, ein unbekanntes prähistorisches Volk, waren die ersten
nachweisbaren Bewohner des Parkgebietes. Sie hinterließen in
einer Felsnische im Parunuweap Canyon ganz im Südosten des Parkes
einen kleinen Pueblo (Dorf) samt einigen Kornspeichern. Im Zion Canyon
fand man ferner einige für die Anasazi typische Felsmalereien. Ihr
Verschwinden aus der Gegend im ausgehenden 13. Jahrhundert ist nicht
restlos geklärt (siehe Mesa Verde-Nationalpark). Ihre
Gebietsnachfolger waren Paiute, ein shoshone-sprechendes Volk, die zur
Zeit ihrer Entdeckung durch die Europäer nomadisierende Jäger
und Sammler waren und beschränkt Ackerbau betrieben. Die ersten Weißen, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts in die Gegend von Süd-Utah kamen, lernten die Paiute als freundliche Menschen sowie als kundige und willige Führer kennen. 1858 führte ein Paiute den ersten Weißen, den Mormonenmissionar Nephi Johnson, in den Zion Canyon. Johnson hatte den Auftrag, in Süd-Utah für andernorts bedrängte Mormonenfamilien geeignetes Farmland zu finden. Isaac Behunin, einer der Mormonenfarmer, baute als erster Weißer im heutigen Nationalpark, in der Nähe des Zion Lodge, eine einfache Hütte, in der er mit seiner Familie die Sommermonate verbrachte. Er nannte das Tal des Virgin River 'Zion', 'Ort der Ruhe und der Sicherheit'. 1909 wurde das Gebiet als Mukuntuweap National Monument unter nationalen Schutz gestellt und 1918 zum Zion-Nationalpark erklärt. Die Benennung der bekanntesten Felsformationen, so etwa Angels Landing, The Three Patriarchs, The Great Organ, Temple of Sinawava, erfolgte im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts durch einen Methodistenminister Namens Vining Fisher, der 1916 den Zion Canyon bereist hatte. Die touristische Erschließung des Parkes erfolgte in den 1920er Jahren. |
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Geologie |
Sieben
Gesteinsschichtenfolgen, die bestimmten geologischen Zeiten zugerechnet
werden, sogenannte Formationen, treten im Zion-Nationalpark zutage.
Mehrmals im Laufe der Jahrmillionen bedeckte Meer die Gegend; letztmals
vor rund 70 Mio Jahren. Die älteste und unterste Formation ist eine ziegelrote, hauptsächlich aus Meeresablagerungen entstandene Schicht aus sandigem Schiefer und Tonstein mit einigen Kalk- und Gipseinlagen. Sie ist rund 230 Mio Jahre alt und entlang dem Virgin River im Zion Canyon sichtbar. Darüber liegen verschiedene Sandsteinschichten, deren auffälligste und formenreichste der sogenannte Navajo Sandstone ist, der aus violettem Konglomerat und zu Stein verfestigten, in Sümpfen, Flußebenen und Wüsten abgelagerten Quarzsandschichten besteht, deren Farbschattierungen je nach Lichteinfall von rot über gelb bis hin zu violett und blau reichen. Die Überreste einer 70 bis 140 Mio Jahre alten Kalksteinschicht, die einige prominente Felsskulpturen vor der Verwitterung schützen, schließen die Schichtenfolge ab. Durch Erdkrustenbewegungen wurde die Sedimentdecke vor rund 70 Mio Jahren auf Meereshöhe und vor etwa 17 Mio Jahren schubweise und ungleichmäßig um weitere 3000 m angehoben und zerfiel in riesige Blöcke. Das Markagun-Plateau, in das der Virgin River den Zion Canyon geschnitten hat, ist ein derartiger Verwerfungsblock. Er ist nach Süden hin leicht geneigt. Hebung und Neigung beschleunigten den Lauf des Virgin Rivers, der sich mehrere 100 m weit durch die Gesteinsschichten hindurchgearbeitet hat. Noch heute weist er ein beachtliches Gefälle auf und verfrachtet alljährlich beträchtliche Schuttmengen. Niederschläge, Frost, Wind und große Temperaturunterschiede haben das Gestein zum heutigen Aussehen verwittert. Die Tempel, Türme, hohen, senkrechten Felswände mit den Nischen und Simsen sowie die in alle Richtungen gebänderten - wie man annimmt - versteinerten Sanddünen sind hauptsächlich im 400 bis 600 m hohen Navajo Sandstone entstanden. Die Farben der Schicht stammen von den Eisen- und Manganoxyden, die bei der Verfestigung der grauen Quarzkörner zu Stein als Bindemittel gedient haben. Im mittleren Parkteil wird das alte Sedimentgestein stellenweise von wesentlich jüngerem Lavagestein bedeckt. Es lassen sich zwei Eruptionsphasen unterscheiden, deren ältere vor rund 35 Mio Jahren einsetzte. |
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Tierwelt |
Die Vogelwelt ist bunt und vielfältig. Über 240 Arten sind belegt. Darunter typische Wüstenbewohner wie etwa der Erdkuckuck (roadrunner) oder Schopfwachtel (quail), ferner Nachtfalken (eine Ziegenmelkerart), Tyrannen (flycatcher), Tangaren, viele verschiedene Finkenvögel und mehrere Neuwelt-Sperlingsarten. Aber auch Wasservögel wie Wasseramseln (dipper), Blaureiher und einige Entenarten sind verbreitet. Gelegentlich kreisen Steinadler über den Tälern. Eine größere Anzahl Amphibien und Reptilien, darunter eine giftige Klapperschlange, gehört ebenfalls zur hiesigen Fauna. |
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Pflanzenwelt |
Die
Vegetation ist zum großen Teil halbwüstenhaft. Kakteen und
Yuccas, dornige Gestrüppe, vereinzelte Grasbüschel und
Flechten beleben hie und da die steinige Landschaft. Einzelne
zwergwüchsige oder schiefgewachsene Wacholderbäume und
Mexikanische Steinkiefern (pinyon), immergrüne Canyon-Eichen und
Manzanitsträucher gedeihen in Felsspalten, auf dem humusarmen Dach
der Tafelberge und an den steilen Abhängen. Entlang den wenigen
ständig Wasser führenden Flüssen und an schattigen,
feuchteren Stellen in den Tälern bilden Baumwollpappeln, Ahorn,
Eschen und Weiden einen lockeren Wald. Wo Wasser aus der Quarzsandsteinwand tritt, gedeihen auf Felssimsen und -vorsprüngen stattliche Kiefern. Am Fuße eines Wasserfalles stößt man mitunter auf eine unerwartet üppige, mit den gemäßigten Regenwäldern der amerikanischen Nordwestküste vergleichbare Vegetation. |
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Aktivitäten |
WANDERN Im nordwestlichen Parkteil und vor allem im
südlichen Zion Canyon bieten sich viele Wandermöglichkeiten.
Es können leichte bis anspruchsvolle Wanderungen unternommen
werden. Wanderungen ins kaum berührte Hinterland sind sehr
lohnend. Einige kürzere Routen werden im Kapitel 'Sehenswertes'
vorgeschlagen, weitere Touren-Vorschläge sind im Faltprospekt des
Nationalparks (park folder) enthalten, die beim Parkeingang oder beim
Besucherzentrum erhältlich ist. Die Klettermöglichkeiten sind
in diesem Park wegen des brüchigen Sandgesteins sehr
beschränkt. Informationen über die gängigen Routen sind
im Besucherzentrum einzuholen. REITEN Im Sommer veranstaltet der Parkkonzessionär regelmäßig Reittouren, die beim Zion Lodge im oberen Drittel des Zion Canyon beginnen. Je nach Nachfrage werden kürzere und /oder längere Ausflüge unternommen, die in der Regel zu erhöhten Punkten im Canyon führen. ANGELN Der Virgin River im Zion Canyon gilt in Anglerkreisen als mäßig ergiebig. Es ist eine Lizenz des Staates Utah erforderlich, die in Hotels, Lebensmittelgeschäften und an einigen Tankstellen erhältlich ist. Die übrigen Bäche des Parkes führen nur zeitweise, im Frühjahr und nach heftigen Gewitterregen, Wasser. VERANSTALTUNGEN Von Frühjahr bis Herbst halten Parkranger täglich Naturvorträge und veranstalten kurze oder halbtägige Wanderungen, auf denen sie die Naturerscheinungen des Parkes erläutern. Abends kann im Saal des Zion Lodge und im Amphitheater des Watchman-Campingplatzes an verschiedenen Lichtbildervorträgen teilgenommen werden. |
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Sehenswertes |
Beidseits des Zion Canyon Zum östlichen Parkeingang hin steigt die Straße in langen Schlaufen steil an, führt an The Great Arch |
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Tierbeobachtung |
Die am
häufigsten zu beobachtenden großen Säugetiere des
Parkes sind Maultierhirsche. Man begegnet ihnen sehr oft im Zion Canyon
Dem geduldigen und geübten Tierbeobachter bietet sich in diesem Park die seltene Gelegenheit, im Hinterland |
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Camping |
Die beiden großen Campingplätze des Parkes befinden sich beim südlichen Parkeingang. Der South-Campingplatz verfügt über 144 Einheiten und ist von Mitte April bis Mitte September offen, der Watchman-Campingplatz, mit 229 Einheiten, ist das ganze Jahr benützbar. Ein primitiver, lediglich 4 Einheiten umfassender Zeltplatz ohne Wasser befindet sich beim Lava Point im mittleren Parkteil auf einer Höhe von 2405 m; er ist von Anfang Juni bis Mitte Oktober zugänglich. | |||
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Hotels / Essen |
Auf Parkgebiet sind von Frühjahr bis Herbst im Zion Lodge Unterkunft und Verpflegung erhältlich. Im Sommer wird Reservation empfohlen; sie kann bei der Utah Park Division der TW Services Inc., 451 N. Main St., Cedar City, Utah 84720, USA, vorgenommen werden. Außerhalb des Parkes befinden sich in Springdale beim südlichen Parkeingang sowie im östlich des Parks gelegenen Mt. Carmel Junction mehrere Hotels, die ganzjährig in Betrieb sind. In Springdale können zudem Lebensmittel gekauft werden. | |||
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Anreise |
Die nächstgelegene Stadt, mit Autoverleihfirmen und planmäßigen Flugverbindungen, ist Cedar City (Utah); sie liegt 33 km nördlich der Kolob Canyons Section und 100 km nördlich des Zion Canyon. Las Vegas (Nevada) liegt 250 km südwestlich, Salt Lake City (Utah) 435 km nördlich des Parkes. Im Sommer fahren von Cedar City aus täglich Busse zum Park. | |||
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Klima / Reisezeit |
Die Sommer sind trocken, mit einigen Gewitterregen, die Tage heiß und die Nächte mild bis kühl. Die Winter sind kalt, mit geringem Schneefall. Hauptbesucherzeit ist Mitte Juni bis Anfang September. Für ausgedehnte Wanderungen ins Hinterland werden die weniger heißen Tage im Frühjahr und Herbst bevorzugt; selbst im Spätherbst sind die Nächte in den Tälern mild. | |||
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Anschrift / Info |
Die beiden Besucherzentren des Parks befinden
sich in der Zion Canyon Section (südöstlicher Parkteil) bzw.
an der I-15 für die Kolob Canyons Section (nordwestlicher
Parkteil). Beide Zentren sind ganzjährig offen. Kleine
Ausstellungen und kurze audiovisuelle Vorführungen
veranschaulichen die Geschichte, Geologie und Biologie der Parkregionen. Superintendent Zion National Park Springdale, Utah 84767 USA |
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Links |
Zion-Nationalpark | Offizielle Home Page des Nationalparks | ||